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Wasseranwendungen Pfarrer Kneipp

Aktualisiert: 8. Feb.



Zitat:"...das Einfache, das Naturgemäße, das Vernünftige, wird aufgegeben, und die Heilung dort gesucht, wo sie nicht zu finden ist. Nämlich in dem Unnatürlichen, ja widernatürlichen...'

Nach Kneipp: Das Natürliche ist, dass der Körper bewegt und den Elementen ausgesetzt werden muss.

 

Im Allgäu wurde er als Webersohn im Jahre 1821 in Stephansried geboren.

Seine Familie war sehr gläubig. Die Beschreibungen und Erzählungen von der Hölle machten ihm große Angst. So entschloss er sich, dass es wohl das Beste sein, wenn er Pfarrer werden würde.

Diese Ideen fanden die Eltern nicht besonders toll, denn sie hatten nicht genug Geld für das tägliche Leben.

Nach dem Abitur und während seines Studiums erkrankte er an Tuberkulose. Er wurde ärztlich behandelt- leider konnte keiner ihm helfen. Da entdeckte er das Büchlein von Johann Sigmund Hahn zum Thema Wassertherapie. Dieser schrieb 1736 das Buch: „Unterricht von der Kraft und Wirkung des frischen Wassers in die Leiber der Menschen, besonders der Kranken, bei dessen innerlichen und äußerlichen Gebrauch“

 

Dort las Sebastian Kneipp über die Kraft des Wassers. Und entschloss sich nun jede Nacht das Kloster zu verlassen um in der Donau im kalten Wasser zu schwimmen. Und diese nächtlichen Ausflüge halfen ihm sich von seiner Tuberkulose zu heilen.

1852 ist Kneipp als Pfarrer in einem Kloster in Bad Wörishofen gelandet.


Dort entdeckte und entwickelt er 120 Wasseranwendungen. Darunter zählten: Güsse, Wickel, Waschungen, Sauna, Vollbäder, Kompressen.





 

In seinem Wirken entdeckte er auch noch andere Prinzipien zum Beispiel die der Lebensordnung.

Zitat: „Erst, als man den Zustand ihrer Seele kannte und da Ordnung hineinbrachte, ging es mit dem körperlichen Leiden auch besser.“

 

Durch die Wasseranwendungen trainieren wir wieder mehr Reize wahrzunehmen. Dem Körper mehr Reize zu geben.

Dann stellt sich nun die Frage was ist denn ein Reiz?

Es ist das, was in der Umgebung der Menschen stattfindet, was er bewusst oder unbewusst immer wieder wahrnimmt.

 

Man könnte auch sagen Reize steuern der Verweichlichung entgegen. Verweichlichung ist, wenn Reize komplett fehlen.

Dadurch sind die Menschen in ein schlechten Trainingszustand und dadurch kommt es zu erhöhter Infektionsanfälligkeit. Und dadurch werden sie häufiger krank.

Und genau an diesem Punkt in der Prävention können wir ansetzen. Die Reize einzusetzen dafür, dass die Menschen erst gar nicht krank werden.

 

Was passiert, wenn wir kaltes Wasser auf die Haut treffen lassen?




 

Der Körper geht in hab Acht Stellung und signalisiert dem Gehirn: Achtung Erfrierung droht. Die Adern ziehen sich zusammen. Nach dem Motto: 'oh je - wir müssen uns schützen'. Nach kurzer Zeit merken Sie ach ja, die Gefäße erfrieren gar nicht dann werden sie wieder weiter. Sie erweitern sich! Wir haben wieder mehr Erwärmung. Eine bessere Durchblutung und das ist sozusagen ein Arterien Training – aktives Gefäßtraining könnte man es auch nennen.

 

Es gibt auch warme Anwendungen, dann haben wir dort direkt eine verstärkte Durchblutung und diese wirken entspannend und entkrampfend.

 

 

Wechselbäder


Dazu stellt man zwei Gefäße nebeneinander- eines mit 37° und ein Gefäß mit kaltem Wasser aus dem Wasserhahn. Die Regel besagt, dass wir immer erst mit dem warmen anfangen also 5 Minuten die Arme in das warme Wasser legen. Wechseln zum kalten Wasser, dort 10 Sekunden verweilen und wieder zurück. Dieses mehrfach wiederholen.

 

Knieguss auch Herz fern beginnend vom kleinen Zeh hoch zum Knie. Dort mehrfach umkreisen und außen wieder herunter. Wichtig dabei ist immer bei kalt aufzuhören.

 

Fazit: morgens zum Erfrischen und anregen.

Abends zum Einschlafen!

 

Man könnte von daher die Wasser Anwendungen als ein Gefäßtraining bezeichnen und empfehlen. Zum Beispiel bei Venenproblem aller Art. Besonders auch wenn Frau oder Mann zu Krampfadern neigt, können Wasseranwendungen prophylaktisch in eine Art Routine mit eingebaut werden.

 

Wasser treten




 

Dabei ist zu beachten, dass das Wasser bis unter die Knie reichen sollte. Falls man nicht ein so hohes Gefäß hat tut es auch ein etwas niedrigeres. Besser mit einem kleinen Gefäß kneippen als gar nicht!

 

Dann gibt es auch noch das ansteigende Fußbad. Dazu könnte man zum Beispiel einen kleinen Eimer nehmen oder eine Wanne mit 37° heißem Wasser und wenn’s zur Verfügung steht auch Basenpulver. Damit hat man dann gleich auch noch eine Entgiftung und Entsäuerung am Start. Daneben stellt man sich ein Gefäß mit heißem Wasser und steigert peu à peu die Wassertemperatur auf 41 oder 42°. Und in der Regel sind diese Temperaturen dann für die Füße gar kein Problem, weil sie ja allmählich daran gewöhnt wurden.

 

Sehr zu empfehlen ist ein ansteigendes Fußbad bei den ersten Erkältung Symptomen wie Halskratzen. Es kann aber auch sein, dass während des Fußbades die Nase kräftig anfängt zu laufen. Somit wird einiges aus dem Körper schon herausgeschafft.

 

Brustwickel

 

Auch dieser wird als kalter Wickel angelegt. Man nehme zum Beispiel ein Küchenhandtuch, taucht das in kaltes Wasser ein und lässt 10 Minuten diesen Wickel um den Brustkorb, um den man dann noch einen Schal oder ein wärmendes Handtuch legt. Am besten macht man das in einer liegenden Position, verhält sich ruhig und entspannt so gut es eben geht. Und danach wiederholt man das Ganze noch einmal.


Wirkung

Dieser kann entzündungshemmend wirken und die Durchblutung anregen.

Er hilft Fieber zu senken. Schleim in den Atemwegen zu lockern und

abzutransportieren.


Halswickel


Dieser wird genauso angewendet wie oben bereits beschrieben der Brustwickel - nur eben am Hals angelegt. 

 

Was passiert da? Die Gefäße ziehen sich zusammen und wir haben einen Reiz. Danach findet eine Erweiterung, eine so genannte Mehrerwärmung statt. D.h. wir haben dort eine deutliche zusätzliche Erweiterung an diesen Stellen und das ist auch genau das was wir erreichen wollen.


Wirkung

Entzündungshemmend, schmerzlindernd und abschwellend. Der kalte Halswickel findet Anwendung bei akuter Halsentzündung und Entzündungen im Nasen- Rachenraum.



Meine Erfahrungen


Seit Oktober wende ich regelmäßig die Wechseldusche morgens oder nach dem Saunagang an. Dadurch fühle ich mich fit, wach bereit für den Tag und für die zu erledigenden Aufgaben. Mein Immunsystem fühlt sich stark an. Kalte Hände und Füße haben sich seither von mir verabschiedet. Übrigens ist das mein Geheimtipp für eine strahlende, gesund aussehende Haut. Darauf wurde ich in der letzten Zeit immer wieder angesprochen.

Vielleicht habt ihr Lust die eine oder andere Anwendung auszuprobieren.

Viel Freude dabei!

 

 

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